Hasen Ahlers

 

Geschichte

Hasen Ahlers
Hasen Ahlers: Wilddieb, Waldniensch, Original

 

Als am 30.10.1831 der Klattenhofer Bauer Ahlers seinen Sohn auf den Namen Hinnerk" (friesisch für Heinrich) taufen ließ, konnte niemand ahnen, dass damit der berühmteste Wilddieb des Oldenburger Landes seinen Namen erhalten hatte. Wie jede gute Wilderergeschichte beginnt auch die

des "Hosen Hinnerk" mit einer unglücklichen Liebe: Aus Zorn über Hinnerks Liebe zu einem mittellosen Mädchen sollen die Eltern ihren Hof statt dem Sohne der Schwester gegeben haben. die eine reiche Hochzeit in Aussicht hatte. Daraufhin verließ er das Elternhaus und zog als ..Aussteiger"

in den nahen Stüher Wald. Er übernachtete in leeren Schafställen, ernährte sich von der Jagd und half in der arbeitsreichen Zeit wohl auch den Bauern. Mit einem Wagen fuhr der fast zwei Meter große Naturmensch nach Delmenhorst und bis Bremen, um dort Feuerholz und seine Jagdbeute zu verkaufen.

Bei den Leuten war der Hüne beliebt, für die Polizei dagegen ein Wilddieb, der als sicherer Schütze manchen Hasen erlegte. So kam es. dass er immer wieder einsitzen musste. Als ihn eines Tages ein Vollzugsbeamter in seiner Zelle zum Aufstehen aufgefordert hatte, blieb er auf der Bettkante sitzen und sagte: „Ick bünn hier ton Sitten un nich ton Upstan verdonnert." Später bilanzierte er stolz: ..Ick hev 39 mol säten und eenrnol stahn."

Schon zu Lebzeiten war der Wilddieb Legende. Der Bau der Eisenbahn­strecke Delmenhorst- Vechta brachte immer mehr Ausflügler in den schönen Stühewald  und dem Hasen Ahlers eine neue Einnahmequelle. Jeder wollte den berühmten Wildschütz sehen und hören. wenn er sein .Hasen Ahlers Lied" sang gegen gutes Trinkgeld, versteht sich.

Mit seinem Tod am 26.7.1913 verschwand das letzte Stück Wildererromantik aus dem Stühe.

 

 

Hasen Ahlers II

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